Frühbucher-Rabatt

Die Zeit nach 1945

Der im Frühjahr 1941 ausgerufene “Unabhängige Staat Kroatien“ (NDH) stieß von Anfang an auf massiven Widerstand, der vor allem von den kroatischen Kommunisten angeführt wurde. Das Ustascha-Regime unter Ante Pavelic nahm schon kurze Zeit nach seiner Machtergreifung über NDH diktatorische und faschistische Züge an. Ähnlich wie im Deutschen Reich litten auch in Kroatien lebende Juden, Sinti und andere Minderheiten unter Verfolgung ebenso  wie erklärte Gegner des Regimes. In den Jahren 1942 und 1943 konnten die Kommunisten unter der Führung Titos, dem späteren Präsidenten Jugoslawiens, weite Teile des NDH unter ihre Kontrolle bringen und dem blutigen Treiben des Ustascha-Regimes ein Ende setzen.

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurde die Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet, zu der neben Kroatien noch fünf weitere Teilrepubliken gehörten. Tito wurde erster Präsident von Jugoslawien und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahre 1980 inne. Im Jahr 1963 würde aus der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien die Sozialistische Föderative Volksrepublik Jugoslawien (SFJR).

Auch wenn Kroatien nun zur Republik Jugoslawien gehörte, änderte dies nichts daran, dass es nach wie vor Unabhängigkeitsbestrebungen nach einem eigenständigen Staat gab. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Unabhängigkeitsbewegung 1971 in einem militanten Aufstand, der als “Kroatischer Frühling“ in die Geschichte eingegangen ist, von den Regierungstruppen jedoch niedergeschlagen wurde.

Nach dem Tod Titos entwickelte sich dessen langjähriger Weggefährte Franjo Tudman zum neuen Schwergewicht in der Politik Jugoslawiens. Tito und Tudman hatten gemeinsam gegen das NDH-Regime unter Ante Pavelic gekämpft. Franjo Tudman ist Kroate und genoss demzufolge große Sympathien unter der kroatischen Bevölkerung. Die erst 1990 von Tudman gegründete Partei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) machte sich offen für die Unabhängigkeit Kroatiens stark und ging bei den Parlamentswahlen 1991 als Sieger hervor.

Im Juni 1991 erklärte Tudman die Unabhängigkeit Kroatiens, die innerhalb weniger Tage von fast allen internationalen Regierungen anerkannt wurde. Der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens war eine Volksabstimmung vorausgegangen, bei der 93 % der Wähler für die Unabhängigkeit Kroatiens votierten. Innerhalb der jugoslawischen Armee gab es allerdings eine deutliche, serbische Mehrheit, die sich gegen die Unabhängigkeit Kroatiens sträubte. Der bis Ende 1995 dauernde Kroatienkrieg war die unausweichliche Folge dieser politischen Spannungen.