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Kroatien seit der Unabhängigkeit

Der etwas über vier Jahre dauernde Krieg in Jugoslawien bzw. Kroatien wurde offiziell erst am 14. Dezember 1995 mit der Unterzeichnung des Vertrags von Dayton für beendet erklärt, auch wenn sich der für Kroatien positive Ausgang der Auseinandersetzung mit den Serben schon einige Monate früher angedeutet hatte. Als entscheidende Schlacht wird von den Historikern die sogenannte “Operation Sturm“ der Kroaten angesehen, mit der die letzten Widerstände der serbischen Armee gebrochen werden konnten.

Damit war die Unabhängigkeit Kroatiens seit dem Winter 1995/96 zwar endgültig beschlossene Sache, unter den Nachwehen des vorangegangenen Krieges hatte das Land aber noch Jahre später zu leiden. Die wirtschaftliche und politische Lage in Kroatien musste bis zur Jahrtausendwende als sehr instabil bezeichnet werden, was sich erst im Spätjahr 2001 änderte. Ab diesem Zeitpunkt nahm die EU intensive Gespräche mit Kroatien auf, wodurch sich die Lebenssituation für die dortige Bevölkerung wesentlich verbesserte. Im Jahr 2004 wurde Kroatien in den Kreis der EU-Beitrittskandidaten aufgenommen, nachdem die Regierung sich dazu verpflichtet hatte, einschneidende Reformen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik vorzunehmen. Mit Blick auf seinen nördlichen Nachbarn Slowenien, das bereits EU-Mitglied ist, drängt auch Kroatien in die EU. Die Beitrittsverhandlungen werden aber nach wie vor durch einen unklaren Grenzverlauf zwischen beiden Ländern belastet. Dieses Problem muss erst gelöst werden, so dass der baldige EU-Beitritt des Landes wohl noch etwas dauern dürfte.

Bis zum Ausbruch des Krieges galt das damalige Jugoslawien als eine der beliebtesten Urlaubsregionen in Europa. Insbesondere die Küstengebiete entlang der Adria lagen im heutigen Kroatien, weshalb der dortige Tourismus eine der wichtigsten Devisenquellen für Jugoslawien war. Nach dem Krieg dauerte es noch einige Zeit, bis sich das Reiseziel Kroatien seinen ehemaligen Stellenwert zurückerlangen konnte. Zum Einen musste die durch den Krieg zerstörte Infrastruktur, wie z.B. Hotels, Flughäfen oder Verkehrswege, völlig neu aufgebaut werden. Andererseits hatte Kroatien eine Vielzahl seiner Stammgäste inzwischen an andere Länder verloren.

Durch den bevorstehenden Beitritt zur EU wird die Einreise nach Kroatien künftig völlig barrierefrei möglich sein, was zu einer weiteren Belebung des Touristenstroms’ an die Adria und die anderen Urlaubsgebiete des Landes führen dürfte. Aufgrund des relativ niedrigen Preisniveaus und den vielen Campingplätzen entlang der Adria spielt in Kroatien inzwischen auch der Jugendtourismus eine nicht zu verachtende Rolle. Durch verschiedene Projekte sollen in Zukunft noch mehr Jugendliche aus ganz Europa den Weg nach Kroatien finden.