Mostar - Zankapfel zwischen Kroatien und Bosnien

14.09.2010 in der Kategorie: Kroatien Städtereisen

Die Stadt Mostar im Süden von Bosnien-Herzegowina wird durch den Fluss Neretva nicht nur geographisch in zwei Hälften geteilt. Gleichzeitig steht die Neretva auch als Symbol für die gesellschaftliche Spaltung der Menschen in Mostar. Westlich der Neretva leben die Kroaten, das östliche Ufer des Flusses wird von muslimischen Bosniern eingenommen. Auch im Alltag treten die unterschiedlichen Lebensweisen der Einwohner in Mostar ganz offen zu Tage, so dass der Tourismus praktisch das einzige verbindende Element für Mostar darstellt. Mostar Städtereisen in Bosnien-Herzegowina sind aufgrund der räumlichen Nähe auch immer ein reizvolles Ziel für Kroatien Jugendreisen in Dalmatien an der Adria. Die wohl mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit ist die "Alte Brücke" (Stari most), die über die Neretva führt und jährlich bis zu 500.000 Touristen in die geteilte Stadt lockt. Mostar hatte unter dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien, der zur Unabhängigkeit von Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und weiterer Teilrepubliken führte, so schwer zu leiden wie nur wenig weitere Städte auf dem Balkan. Auch wenn die äußeren Wunden in Mostar inzwischen weitgehend verheilt sind und der Wiederaufbau in der Stadt nahezu vollständig abgeschlossen ist, so blieben doch einige Narben in den Seelen der Menschen zurück. Die Moslems in Mostar, die gegenüber den Kroaten in der leichten Minderheit sind, fühlen sich benachteiligt, da der westliche Stadtteil von staatlichen Unterstützungen aus Zagreb profitiert, während der östliche Stadtteil mehr oder weniger auf eigene Faust klarkommen muss. Als letzte gemeinsame Hoffnung für die regionale Wirtschaft, die sich vom Bürgerkrieg nie wieder ganz erholen konnte, bleibt deshalb der Tourismus.

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