Kroatien stellt eigene Version von Wikileaks ins Internet

14.01.2011 in der Kategorie: Kroatien Politik

Julian Assange und sein geheimes Netzwerk Wikileaks haben Ende des vergangenen Jahres für großes Aufsehen gesorgt und die internationale Diplomatie teilweise schwer erschüttert. Bei den pikanten Veröffentlichungen von geheimen Dokumenten aus Diplomatenkreisen ist Kroatien offenbar zu kurz gekommen, diese Meinung scheint zumindest Dean Golubic zu vertreten. Der 27-jährige Golubic ist in seiner Heimat kein Unbekannter und sorgte im Jahr 2009 als jüngster Präsidentschaftskandidat in der Geschichte Kroatiens für Schlagzeilen. Damals noch für die in Zagreb regierende Partei HDZ am Start, hat Dean Golubic inzwischen seine eigene Partei gegründet und setzt seine politische Karriere im Namen der Nationaldemokraten fort. Mit seiner kroatischen Version von Wikileaks, die schon in der kommenden Woche mit den ersten Veröffentlichungen im Internet starten soll, will Golubic vor allem den Machenschaften des ehemaligen Premierministers Ivo Sanader, der in einem österreichischen Gefängnis derzeit auf seine Auslieferung nach Kroatien wartet. Finanziert werden soll das kroatische Wikileaks durch Spenden aus der Wirtschaft und von Bürgern. Bei der praktischen Arbeit kann Dean Golubic eigenen Angaben zufolge auf einen Kreis von 18 freiwilligen Mitarbeitern aus Kroatien, den USA und der Schweiz zurückgreifen. Die Facebook-Seite des jungen Politikers erfreut sich seit der Ankündigung des kroatischen Wikileaks größter Beliebtheit, wodurch die Zustimmung für das Projekt eindrucksvoll dokumentiert wird.

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